Zeitumstellung: So tickt die innere Uhr



Die Zeitumstellung im Frühling und Herbst kann den Körper belasten. Einige Menschen brauchen mehrere Wochen, um wieder in ihren normalen Rhythmus zu finden: Unsere innere Uhr gerät aus dem Takt. Welche Mechanismen den täglichen Biorhythmus steuern, haben drei US-amerikanische Wissenschaftler bereits in den 80er-Jahren erforscht: An Fruchtfliegen isolierten sie Gene, die für die Steuerung der inneren Uhr zuständig sind. Für ihre Arbeit wurden sie mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet.

So funktioniert die innere Uhr

Die innere Uhr steuert zahlreiche lebenswichtige Vorgänge und organisiert den Körper. Sie sorgt dafür, dass sich alle körperlichen Prozesse optimal an den Tagesverlauf anpassen. Eine entscheidende Bedeutung hat dabei der Rhythmus von Tag und Nacht. Während die Erde für eine Umdrehung um ihre eigene Achse 24 Stunden braucht, dauert ein Tag auf der biologischen Uhr 25 Stunden.
Licht gibt den Takt vor

Die Schaltzentrale für die innere Uhr, der sogenannte zirkadiane Rhythmus, befindet sich im Gehirn (Nucleus suprachiasmaticus). Zusätzlich verfügt jede Zelle des Körpers über eine eigene Uhr. Um im selben Takt zu schlagen, tauschen sich beide Uhren untereinander aus.

Der wichtigste Taktgeber für die innere Uhr ist das Licht. Mit Einbruch der Dunkelheit regt das Gehirn die Produktion des Schlafhormons Melatonin an, damit der Körper sich erholen kann. Bei Tagesanbruch dagegen sinkt der Melatonin-Spiegel im Blut, der Körper wird leistungsfähiger. Der sogenannte zirkadiane Rhythmus steuert neben den Schlaf-Wach-Phasen auch Herzfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur.

Neben dem Licht gibt es weitere Faktoren, die den täglichen Biorhythmus beeinflussen. Deshalb tickt die Uhr zum Beispiel nach einer Zeitumstellung oder einem Überseeflug (Jetlag) zunächst unverändert weiter.
Chronotypen: Morgenmensch und Nachteule

Die innere Uhr bestimmt unseren Chronotypen, also ob wir eher Morgenmenschen oder Nachteulen sind

Der typische Morgenmensch steht gern früh auf und wird abends eher müde.
Eine Nachteule schläft gern länger und wird erst am Abend richtig munter.

Der Chronotyp eines Menschen ist genetisch festgelegt. Er verändert sich allerdings im Laufe des Lebens: So sind Kinder meist Morgenmenschen, während Teenager eher Nachteulen sind. Ältere Menschen dagegen werden in der Regel wieder zu Morgenmenschen.
Probleme mit dem Biorhythmus

Die meisten Menschen leben nicht mehr nach dem Rhythmus des Sonnenlichts. Auf Dauer bringt ein künstlicher Tagesrhythmus die innere Uhr durcheinander - in westlichen Ländern leidet jeder Dritte darunter. Typische Symptome sind Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Magenbeschwerden, innere Unruhe, Nervosität, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Vor allem Nachtarbeit und Schichtarbeit können negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben: Wer zum Beispiel dauerhaft nachts arbeitet, hat ein dreifach erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen.
Tipps für den Biorhythmus

Mit diesen Tipps kann man die innere Uhr besser an die Umgebungsbedingungen anpassen:

Wer gerne früh am Abend einschläft und früh am Morgen aufwacht, sollte morgens das Licht suchen und abends meiden.

Zum sanften Aufwachen gibt es sogenannte Lichtwecker, die den Sonnenaufgang mit künstlichem Licht simulieren.

In den Abenstunden sogenanntes blaues Licht meiden, das von Computer- und Smartphone-Bildschirmen und von Fernsehern erzeugt wird. Blaues Licht unterdrückt die Bildung des Schlafhormons Melatonin. Tagsüber erhöht blaues Licht dagegen die Aufmerksamkeit und Konzentration.

Source: http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Zeitumstellung-So-tickt-die-innere-Uhr,zeitumstellung236.html

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